Erklärung
Die korrekte Schreibweise ist „Spear-Phishing“ (englisch „spear“ für Speer): Anders als beim breit gestreuten Phishing wird ein bestimmtes Opfer gezielt ausgewählt und angesprochen. Schreibweisen wie „Spearfishing“ sind ein verbreiteter Verschreiber, der hier mitgefunden wird.
Die Täter beschaffen sich vorab Informationen, etwa aus Firmenwebsites, Presseberichten, beruflichen Netzwerken oder früheren Datenlecks. Die Nachricht nimmt dann Bezug auf echte Projekte, Ansprechpartner oder Abläufe. Dadurch fällt der Betrug weniger auf als ein Massenversand. Spear-Phishing ist ein häufiger Einstieg für Business E-Mail Compromise und CEO-Fraud.
Mit generativer KI lässt sich der Rechercheaufwand verringern: Öffentliche Informationen können automatisiert zusammengeführt und in einen passenden Schreibstil überführt werden. Das verändert vor allem Menge und Qualität, nicht das Grundprinzip.
Typisches Beispiel (schematisch)
Ein Lieferant kündigt per E-Mail an, seine Bankverbindung habe sich geändert. Die Nachricht verweist auf eine echte Bestellung der Vorwoche und ist im gewohnten Ton gehalten. Der Absender ist eine täuschend ähnliche Adresse. Ohne unabhängige Rückbestätigung (siehe Out-of-Band-Validierung) wird die nächste Zahlung auf ein fremdes Konto geleitet.
Bedeutung für Forensik und Ermittlungen
Die Untersuchung klärt, ob Absenderadresse, Mail-Header und Zustellweg zur behaupteten Herkunft passen (E-Mail-Header-Analyse), ob ein Konto übernommen wurde oder lediglich eine ähnliche Domain verwendet wurde, und wer die Nachricht wann geöffnet oder beantwortet hat.
Erkennung und Prävention
Wirksam sind feste Prüfwege für Änderungen von Zahlungsdaten, das Vier-Augen-Prinzip, eine Rückbestätigung über einen bekannten Kanal und die Sensibilisierung von Personen mit Zahlungs- und Datenzugriff. Auf Wortlaut allein sollte man sich nicht verlassen.
Auch gesucht als Spearphishing, Spearfishing, Spear Phishing, Spear-Fishing, gezieltes Phishing