Digitaler Nachlass
Digitaler Nachlass und digitale Vermögensspuren
Wer verstirbt, hinterlässt meist auch digitale Spuren: Geräte, E-Mail-Konten, Cloud-Speicher, Onlinekonten und Verträge. Digitale Informationen können Hinweise auf Vermögenswerte, Verträge, Konten und andere für den Nachlass relevante Sachverhalte enthalten.
Im Rahmen von FORENSIKWERK kann der digitale Nachlass strukturiert gesichert und ausgewertet werden. Die Analyse erfolgt ausschließlich im Rahmen einer nachgewiesenen Berechtigung.
Wann diese Leistung relevant sein kann
Wann die Auswertung eines digitalen Nachlasses hilfreich sein kann
Nachlasspflegschaft und -verwaltung
Für die Erfassung des Nachlasses fehlen Informationen zu Konten, Verträgen und digitalen Werten.
Hinweise auf unbekannte Konten
Im Nachlass finden sich Anzeichen für Bankkonten, Zahlungsdienste oder Onlinekonten, die nicht dokumentiert sind.
Digitale Vermögenswerte vermutet
Es gibt Hinweise auf Kryptowährungen oder Wallets.
Laufende Verträge und Abonnements
Digitale Verträge sollen identifiziert werden, bevor Kosten oder Fristen entstehen.
Gesicherte Daten für berechtigte Personen
Geräte und Datenbestände sollen unverändert gesichert und geordnet bereitgestellt werden.
Unklare Datenlage nach dem Todesfall
Es ist offen, welche Geräte, Konten und Cloud-Dienste überhaupt existieren.
Datenquellen
Mögliche Datenquellen
Berechtigte sind unter anderem Nachlasspfleger, Nachlassverwalter, Rechtsanwälte, Sachverständige, entsprechend legitimierte Erben und sonstige berechtigte Personen. Je nach Fall kommen folgende Quellen in Betracht:
- PC und Notebook
- Smartphone und Tablet
- Externe Festplatten
- USB-Datenträger
- E-Mail-Konten
- Cloud-Speicher
- Dokumente
- Browserdaten
- Onlinekonten
- Zahlungsdienstleister
- Hinweise auf Bankkonten
- Wallets und Kryptowährungen
- Verträge
- Digitale Abonnements
Digitale Informationen können Hinweise auf Vermögenswerte, Verträge, Konten und andere für den Nachlass relevante Sachverhalte enthalten.
Voraussetzung ist immer eine nachgewiesene Berechtigung. Zugangsschutz und Kontosicherungen werden nicht ohne rechtliche Grundlage umgangen; wo ein Zugang nicht rechtmäßig möglich ist, bleibt er verschlossen.
Vorgehen
Wie eine Untersuchung ablaufen kann
- 01
Sichern
Nach Prüfung der Berechtigung werden Geräte und Datenbestände möglichst unverändert gesichert und die Schritte festgehalten.
- 02
Analysieren
Dokumente, Konten, E-Mails und Verträge werden auf Hinweise zu Vermögenswerten und relevanten Sachverhalten geprüft.
- 03
Zusammenführen
Fundstellen werden geordnet, Zusammenhänge dargestellt und mögliche Vermögens- und Vertragshinweise zusammengeführt.
- 04
Dokumentieren
Die Ergebnisse werden strukturiert für die berechtigten Personen bereitgestellt.
Ergebnisse und Grenzen
Was daraus entstehen kann - und was nicht.
Was entstehen kann
- Strukturierte Übersicht gefundener Hinweise
- Verzeichnis erkennbarer Konten, Verträge und Abonnements
- Hinweise auf mögliche digitale Vermögenswerte
- Dokumentation der Sicherung und Auswertung
- Aufbereitung für Nachlasspfleger, Rechtsanwälte oder Sachverständige
- Bei Bedarf Asset-Tracing-Unterstützung und gutachterliche Einordnung
Grenzen
- Die Auswertung setzt eine nachgewiesene Berechtigung voraus.
- Nicht jedes Gerät, Konto oder jede Datei ist zugänglich oder lesbar.
- Verschlüsselte oder gesperrte Konten lassen sich ohne rechtliche Grundlage und Mitwirkung der Anbieter nicht öffnen.
- Es kann nicht zugesagt werden, dass Vermögenswerte vorhanden sind oder gefunden werden.
- Rechtliche Bewertung und Vertretung erfolgen durch befugte Rechtsanwälte.
Es werden keine Ergebnisse, Aufklärung, Datenwiederherstellung oder Verwertbarkeit zugesagt. Sicherung, Analyse, Befund, Interpretation, gutachterliche und rechtliche Bewertung sind getrennte Schritte.
Fachkompetenz
Welche Fachkompetenz beteiligt sein kann.
Je nach Fall kommen technische, wirtschaftliche und rechtliche Perspektiven zusammen. Die Fragestellung bestimmt das Team.
Nicht jeder Fall erfordert alle genannten Fachrichtungen. Welche Unternehmen und Spezialisten tatsächlich eingebunden werden, richtet sich nach der Fragestellung und dem konkreten Auftrag. Mehr dazu im Kompetenzverbund.
Häufige Fragen
Fragen und Antworten.
Wer darf einen digitalen Nachlass auswerten lassen?
Das hängt von der Berechtigung ab, etwa als Nachlasspfleger, Nachlassverwalter oder legitimierter Erbe. Die Berechtigung wird vor Beginn geprüft; eine Rechtsberatung dazu erfolgt durch befugte Rechtsanwälte.
Können gesperrte Smartphones oder Konten geöffnet werden?
Nicht pauschal. Zugangsschutz wird nicht ohne rechtliche Grundlage umgangen, und technisch ist ein Zugriff nicht in jedem Fall möglich.
Kann ein Kryptobestand im Nachlass gefunden werden?
Hinweise darauf, etwa Wallet-Software, Notizen oder Kontoauszüge, können sich auf Geräten finden. Ob Bestände vorhanden und zugänglich sind, lässt sich nicht im Voraus sagen.
Was passiert mit den gesicherten Daten?
Sie werden strukturiert und auf das Erforderliche beschränkt für die berechtigten Personen aufbereitet. Informationen werden nur an Beteiligte weitergegeben, die sie für ihre Aufgabe benötigen.
Weiterführend
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Wissen und Glossar zu diesem Thema
Die Fragestellung bestimmt das Team.
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